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Mittwoch, 22. Mai 2019
Wetzikon statt Nové Mesto
Wenn am Weekend im tschechischen Nové Mesto die weltbesten Mountainbiker zum zweiten Weltcup der Saison aufeinandertreffen, dann fehlt mit Luca Schätti eine der grössten Schweizer Nachwuchshoffnungen. Wieso bevorzugt der Horgener Schätti stattdessen einen Start am EKZ Cup Wetzikon?

Luca Schätti bestritt 2005 am EKZ Cup in Eschenbach, als 5-jähriger Knirps, sein erstes Mountainbikerennen in der Kategorie Pfüderi. Da wusste noch niemand, wohin dessen sportliche Reise führen wird. Doch Schätti war direkt vom Bikefieber befallen. So wurden Starts am EKZ Cup Jahr für Jahr zum fixen Programmpunkt in der Familie Schätti. Denn auch die ältere Schwester Michelle war begeistert und stand jeweils vorfreudig am Start.

Der Weg an die Spitze

Seither sind schon bald 15 Jahre vergangen und in Luca Schättis Leben wurde der Radsport Pedaltritt für Pedaltritt wichtiger. Im Frühling und Sommer fuhr er Bikerennen, im Herbst und Winter Radquer. «Ich hatte von Anfang an einfach extrem Freude am Biken. Später kam dazu, dass wir eine super Trainingsgruppe mit Gleichaltrigen hatten. Wir forderten uns gegenseitig heraus: Wer springt weiter, wer fliegt höher und wer ist schneller?» So beschreibt Schätti seinen Weg vom Pfüderirennen an die nationale und internationale Nachwuchsspitze.

Nun ist Schätti bereits seit fünf Jahren Mitglied des Schweizer Nationalkaders. Er gewann im letzten Jahr die U19-Gesamtwertung des Swiss Bike Cups, fuhr internationale Podestplätze heraus und holte sich Silber und Bronze an den Schweizer Meisterschaften im Radquer und Mountainbike. Als Krönung einer ausgezeichneten Saison durfte er die Farben der Schweiz an der Heim-WM in Lenzerheide vertreten.

Die grossen Rennen müssen warten

Momentan wird der schnelle Weg nach oben jedoch ein bisschen gebremst - bewusst gebremst. Statt rund 800 Kilometer an den Weltcup ins tschechische Nové Mesto zu fahren, reist Luca Schätti am Sonntag von Horgen an den EKZ Cup ins nur gerade vierzig Kilometer entfernt gelegene Wetzikon.

Denn momentan hat die Berufsausbildung zum Velomechaniker Priorität. Dabei ist Schätti im absoluten Schlusssport und in weniger als einem Monat beginnt die Lehrabschlussprüfung. Wie auch im Sport setzt sich Schätti im Beruf hohe Ziele: «Ich will die LAP so gut wie möglich abschliessen. Ich weiss, was ich kann», blick Schätti auf die intensiven nächsten Wochen mit vielen Prüfungen voraus und fügt an: «Auch hier bin ich extrem ehrgeizig.»

Wetzikon als perfekte Alternative

Trotz temporärem Fokus auf die Abschlussprüfungen, welche im kommenden Monat Juni anstehen, bleibt der angehende Velomechaniker auch dieses Jahr ambitioniert, was die sportlichen Ziele anbelangt. Bei der Saisonplanung wurde bald klar, dass auch der EKZ Cup wieder im Rennkalender Platz finden wird. So bietet Wetzikon am Sonntag nun die perfekte Alternative zum Weltcuptrip.

Da der Start in die Saison mit zwei Siegen am Swiss Bike Cup ausgezeichnet geglückt ist, gehört Luca Schätti am Sonntag zu den Mitfavoriten. Vor zwei Jahren startete er in Wetzikon noch als Junior mit zwei Minuten Vorsprung. Schätti animierte damals das Rennen lange an der Spitze. Die besten Elitefahrer holten ihn am Ende doch noch ein und er wurde Dritte.

Ein weiterer Sieg?

Obs am Sonntag zu mehr als Platz drei reichen könne? «Ich fühle mich gut und weiss, dass ich in Form bin. Auch wenn ich im ersten U23-Jahr fahre, traue ich mir zu, mit den Elitefahrern mitzuhalten», zeigt sich Schätti, der nur drei Tage später seinen 19. Geburtstag feiern wird, zielstrebig. 15 Rennen am EKZ Cup hat Luca Schätti in den letzten 14 Jahren schon gewinnen können. Gut möglich, dass am Sonntag sein erster in der Overall-Kategorie, und somit sein 16. Sieg insgesamt folgen wird.