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Sonntag, 26. Mai 2019
Perfekte Bühne für den Bike-Nachwuchs
EKZ Cup Nummer zwei in Wetzikon bot, wofür die Mountainbike-Rennserie berühmt ist: Packende Rennen und eine motivierende Atmosphäre für junge und junggebliebene Sportler. Über 400 Athletinnen und Athleten massen sich auf der schnellsten Strecke der Serie rund um den Bauernhof auf den Meierwiesen.

Das Wetter war in den letzten Wochen der Freund jener Mountainbiker, die das Rutschen im Schlamm lieben. Ganz ohne durchdrehende und sich seitwärts bewegende Reifen ging es zwar auch am zweiten EKZ-Cup-Rennen der Saison nicht. Zu viel Feuchtigkeit war im Waldboden gespeichert. Doch auf den Feldwegen, die die Strecke in Wetzikon zur schnellsten der Serie machen, flog schon wieder der Staub und die Athletinnen und Athleten genossen es, nach der Zieldurchfahrt nicht gleich den nächsten geheizten Ort suchen zu müssen.

Grosses Teilnehmerfeld
Über hundert junge und etwas erfahrene Mountainbikerinnen und Mountainbiker schrieben sich erst am Sonntagmorgen für das Rennen ein. Sie warteten wohl, bis sich abzeichnete, dass es tatsächlich trocken bleiben würde. So kam das stolze Teilnehmerfeld von 400 mehrheitlich jungen Mountainbikerinnen und Mountainbikern zusammen.
Bei perfekten Bedingungen fuhren die Nachwuchskategorien von den Pfüderi unter Sieben bis zur Kategorie Hard U17 ihre Runden um und durch den Bauernhof auf den Meierwiesen bei Wetzikon. Auch jenen, die offensichtlich auf Sieg fahren, ist die Freude am Mountainbike-Sport anzusehen. Dass es im Ziel nicht nur lachende Gesichter sondern auch mal Tränen gab, gehört dazu – genau das macht den Sport zu Lebensschule.
Als die Elite startete, wurde  es sogar richtig sommerlich. Umso schwieriger war es, die Reifen zu wählen, die auf den trockenen Feldwegen optimal rollten und im Wald trotzdem genug Grip boten. Konny Looser löste das Dilemma auf seine Weise: «Ich bin den rutschigen Aufstieg meistens gelaufen, so nahm das Bike weniger Dreck auf und die Gänge gingen bis zum Schluss sauber rein.»

Eine Revanche und ein Abschied
Tina Züger setzte sich gleich nach dem Start von ihren Konkurrentinnen ab, trotz schwerer Beine vom harten Training der letzten Wochen. Als ihr ihr Vater zurief, dass sie eine Minute Vorsprung habe, hätte sie etwas Tempo rausnehmen und ihren Vorsprung verwalten können. Tat sie aber nicht: «Ein solches Rennen hat auch einen Trainingszweck, deshalb habe ich voll durchgezogen.» Deutlich über eine Minute vor der Zweiten, Annika Liehner, kam sie ins Ziel.
Dass das Rennen der Herren eine knappe Angelegenheit würde, war schon der Startliste anzusehen. Simon Zahner, Konny Looser und Marcel Wildhaber haben schon unzählige Rennen Schulter an Schulter ausgefahren, jeder kennt die Stärken und Schwächen der anderen. Runde für Runde brausten die drei – lange noch mit Patrick Tresch am Hinterrad – eine Staubwolke hinter sich herziehend über die Strecke.
Simon Zahner bog als erster ins Zielgelände ein, wo Holzrampen, eine Steilkurve und ein Sprung für Spektakel und enge Platzverhältnisse sorgten. Marathonspezialist Looser bewies Fourcross-Qualitäten und schlängelte sich in der letzten Steilkurve innen an Zahner vorbei. «Letztes Jahr habe ich hier auf den letzten Metern gegen Simon Zahner verloren. Jetzt habe ich dieses Rennen endlich auch einmal gewonnen», freute er sich im Ziel. Simon Zahner ergänzte: «Ich hätte nicht gedacht, dass man an dieser Stelle noch überholen kann – man lernt nie aus.»
Ein besonderer Anlass war der EKZ Cup in Wetzikon für OK-Präsident Ernst Jucker. Zum letzten Mal leitete er die Veranstaltung, gleichzeitig führte er seinen Nachfolger in seine Aufgabe ein. «Es ist Zeit, die Jungen ranzulassen, ich bin ja inzwischen pensioniert», hielt er fest und freute sich über den gelungenen letzten Anlass: «Viele Teilnehmer, perfektes Wetter, nur positive Reaktionen, es hätte nicht besser laufen können.» Der EKZ Cup 2019 hat Fahrt aufgenommen. Nächste Station ist Hittnau am 23. Juni.