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Dienstag, 20. August 2019
Grosse Ambitionen beim letzten Auftritt von Marcel Wildhaber
Marcel Wildhaber wird am Sonntag am EKZ Cup in Eschenbach sein letztes Cross-Country-Rennen vor Heimpublikum bestreiten. Endsprechend gross sind die Ambitionen des 34-jährigen Cup-Leaders.

Fabian Giger, Konny Looser und Marcel Wildhaber heissen die Elite-Sieger, welche die ersten drei Wettkämpfe des diesjährigen EKZ Cups gewonnen haben. Nach seinem Triumph in Hittnau konnte Marcel Wildhaber ins Leadertrikot schlüpfen, das ihm heuer besonders viel bedeutet. Es ist nämlich sein letzter Start am EKZ Cup in Eschenbach, das von seinem Club, dem VC Eschenbach organisiert wird. «Im Juli bin ich zum zweiten Mal Vater geworden. Für mich wird es langsam Zeit, das Kapitel Rennsport als Aktiver abzuschliessen», begründet Wildhaber.

Seine Karriere sang und klanglos ausklingen lassen, kommt für den 34-Jährigen aber nicht in Frage: «Bis zum Ende der kommenden Radquer-Saison möchte ich ein letztes Mal Vollgas geben. Zu meinen Zielen gehört auch die Gesamtwertung des EKZ Cups, die ich bisher noch nie gewinnen konnte.» Ein letztes Mal möchte der Tuggener zudem die Radquerserie EKZ CrossTour für sich entscheiden, was ihm in der Vergangenheit schon zweimal gelungen ist, und sich für die Radquer-Weltmeisterschaft in Dübendorf qualifizieren.

Schöne Erinnerungen

«Die EKZ Cups sind für mich die perfekte Radquer-Saisonvorbereitung», lobt Wildhaber. So werde es einem über den Sommer nie zu wohl. Neben dem Sport arbeitet Wildhaber 60 Prozent im Fahrradgeschäft seines Bruders in Siebnen. Da ihm die Belastung mit Familie, Sport und Beruf langsam zu viel wird, hat er sein Training bereits umgestellt: mehr kürzere, intensive Einheiten anstatt langer Ausfahrten. Er sagt: «Als Radprofi wäre das Leben einfacher. Aber irgendwann kommt die Zeit für einen neuen Lebensabschnitt.» Er sei zufrieden mit seiner Radsportkarriere. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm seine beiden Schweizermeistertitel im MTB-Eliminator, plus EM-Bronze 2015. Neben den beiden EKZ-CrossTour-Gesamtsiegen sei er nicht weniger als 13 Weltmeisterschaften im Radquer gefahren. «Auch die Zeit im Scott-Team von Thomas Frischknecht möchte ich nicht missen. Sie ermöglichte mir, Wettkämpfe auf der ganzen Welt bestreiten zu können.»

Wildhaber war gewissermassen ein Spätberufener. Erst im Juniorenalter schaffte er den Einzug ins Nationalkader und konnte sich kontinuierlich steigern. Heute sagt er: «Es war gar nicht schlecht, nicht zu früh erfolgreich zu sein und in Kinderjahren polysportiv zu bleiben. Ich habe mich erst Ende Lehre entschieden, meine Prioritäten auf den Sport zu verlegen.» Vielen seiner Mitstreiter, die sich zu früh zu viel Druck ausgesetzt hätten, sei es nicht so gut gelaufen wie ihm.

Verschiedene Aufgaben und Ziele für den Sonntag

Was hat er sich fürs Rennen in Eschenbach vorgenommen? «Ich möchte das Leadertrikot verteidigen.» Leicht werde das aber nicht. Wildhaber rechnet vor allem mit Sven Olivetti, der in den letzten Rennen immer stark gefahren sei. Zudem hätten sich in der Vergangenheit immer noch weitere starke Kontrahenten aus der Region nachgemeldet. «Falls es aber irgendwie geht, möchte ich mein letztes Heimrennen auch ein wenig geniessen», sagt Wildhaber mit einem Lächeln. Zuerst kommt jedoch die Arbeit. Für ihn ist es Ehrensache, dass er beim Auf- und Abbau der Infrastruktur mithilft.