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Sonntag, 4. Oktober 2020
Dario Lillo meldet sich mit Sieg zurück
Es war ein hartes Fernduell, das sich die Spitzengruppe der Junioren mit den stärksten Elite und U23-Fahrer geliefert haben. Am Schluss behielten erneut die Junioren die Oberhand. Es gewann U19-Schweizer-Meister Dario Lillo. Bester Elite wurde Konny Looser. Mit Annika Liehner setzte sich auch bei den Frauen eine Juniorin durch.

Und plötzlich war sie da, die Sonne und «putzte» im Handumdrehen die Regenwolken vom Himmel. Wer hätte das gedacht nach einem Samstagmorgen mit anhaltenden, sintflutartigen Regenfällen? Mit dem blauen Himmel kamen auch die Bikerinnen und Biker in Scharen an den EKZ-Cup-Final in Wetzikon. Coronabedingt wurde der Anlass erstmals an zwei Tagen ausgetragen. Am Samstagnachmittag waren alle Rennen der Junioren und Erwachsenen.

Wie schon in der Vorwoche in Uster entbrannte erneut eine hitzige Verfolgungsjagd zwischen den schnellsten Junioren und den stärksten Elite/U23-Fahrern. Letztere wurden traditionsgemäss mit zwei Minuten Zeithandicap auf die regendurchnässte Rundstrecke geschickt, die jedoch kaum topographische Hindernisse besass. Entsprechend schnell wurde gefahren. Doch trotz einer Streckenvereinfachung in der ersten Runde schafften es die Elite nicht, ihr Handicap aufzuholen und vor den Junioren ins Ziel zu kommen. Die beiden U19-Fahrer Finn Treudler und Lars Sommer, die bereits den Wettkampf in Uster dominiert hatten, erhielten zusätzliche Hilfe vom Crosscountry-Schweizer-Meister des Vorjahres, Dario Lillo. Dieses Trio ging denn auch in den Schlussspurt, den Lillo souverän zu seinen Gunsten entschied – vor Sommer und Treudler.

Konny Looser, der stärkste Elite, kam bis auf 42 Sekunden ans U19-Spitzentrio heran – machte also 1:18 Minuten gut – und meisterte mit einem trockenen Antritt das Spitzenquartett der Elite/U23-Fahrer. Im Sekundenabstand erreichten Andrin Gees, Emilien Barben und Sven Olivetti das Ziel, das sich wie beim legendären Radquer auf dem Bauernhof von Alex Scheiwiller befand.

«Es ist schön, sich mit einem Sieg aus der Verletzungspause zurückzumelden», sagte Dario Lillo und ergänzte: «Ich habe mit dieser Rennkonstellation gerechnet und wusste um meine Chance, wenn es zum Sprint kommt.» Im Training hatte er sich bei einem Sturz das Schlüsselbein gebrochen und war vor sechs Wochen operiert worden. Dieser Sieg sei wichtig fürs Selbstvertrauen. Nächste Woche gehe es an die WM nach Österreich.

Konny Looser fand anerkennende Worte für die Leistung der Junioren: «Es ist unglaublich, wie hoch das Niveau bei den Junioren ist.» Allerdings werde da auch bereits trainiert wie bei den Profis. «Ich habe einige Junioren im Höhentrainingslager angetroffen. Die trainieren kaum weniger als ich», ergänzte der Hinwiler.

Seine Frau Vera, die im Frauenrennen Zweite hinter Annika Liehner geworden war, ärgerte sich über die falsche Reifenwahl. Sie sagte: «Im Wald hatte es ein kurzes Stück, das superrutschig war. Das reichte, um den Anschluss an die Spitze zu verlieren.» Siegerin Liehner, die SM-Bronzemedaillengewinnerin bei den Juniorinnen, wiederum freute sich über den letzten gelungenen Formtest im Hinblick auf die bevorstehende WM in Leogang.

Am Sonntag waren dann die Kids an der Reihe. Das Wetter zeigte sich erneut von seiner besten Seite mit Sonne und angenehmen Temperaturen. Das übertrug sich auch auf die Jung-Biker. Ein halbes Jahr ohne Rennen war für die Meisten von ihnen wie eine Strafe. Entsprechend motiviert ging`s in Wetzikon zur Sache. Die Organisatoren des RV Wetzikon unter der neuen Leitung von Pascal Steingruber hatten im Zielraum eine attraktive Strecke mit künstlichen Steilwandkurven und Pumptrack-Elementen aufgebaut, die das Ihrige tat. Auffällig oft waren auf den ersten Positionen die gleichen Nachwuchs-Bikerinnen und -Biker anzutreffen, wie bereits in Uster. So fand der diesjährige EKZ-Cup, der coronabedingt nur zwei Läufe aufwies, einen würdigen Abschluss.

Apropos Abschluss: Nach 16 Jahren erfolgreicher Partnerschaft mit Sponsor und Namensgeber EKZ beginnt für den einstigen Züricher Oberländer Bike-Cup im kommenden Jahr ein neues Kapitel. Der Dank gilt den Verantwortlichen der der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, die mit ihrer grosszügigen Unterstützung die Förderung unzähliger Bike-Talente und den hohen organisatorischen Standard der Nachwuchsrennserie so lange ermöglicht haben.